Für wen ist Stressmanagement geeignet?

Ich finde: Stressmanagement geht uns alle an! Aus dem einfachen Grund: Ob wir wollen oder nicht, wir haben Stress. Wir können Stress manchmal vorbeugen, zum Beispiel durch kluges Zeitmanagement, aber eben nicht immer. Und hier kommt der Umgang mit Stress in Spiel.

Stressmanagement ist also für jede Zielgruppe denkbar. Ich selbst habe verschiedene Maßnahmen zum Stressumgang in nahezu jeder Altersgruppe durchgeführt: vom Kindergartenkind über den Azubi bis hin zur Führungskraft. Natürlich ist bei Kindern nicht dieselbe Reflexionsfähigkeit vorhanden wie bei Erwachsenen, weshalb sich die Ausgestaltung der Maßnahmen deutlich unterscheidet, allerdings ist das Thema für jede Zielgruppe relevant. Sei es, dass einem das Spielzeug weggenommen wurde, man durch eine Prüfung gefallen ist oder ein wichtiger Auftrag geplatzt ist – man muss einen Weg finden, um aus der Anspannung zurück in die Entspannung zu finden.

An drei typischen Beispielen möchte ich dir hier verdeutlichen, wie Erwachsene vom Stressmanagement profitieren können. Sehen wir uns dafür zunächst die Zielgruppe der Studenten an.

 

Stressmanagement für Studenten

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, und mit ihm häufig auch ein zuvor unbekanntes Maß an Selbstbestimmung: das Studium! Endlich Freiheit zu entscheiden, wann man lernt. Aber diese Freiheit stellt auch ganz neue Hürden. Plötzlich ist man selbst verantwortlich, zu Vorlesungen zu gehen, sich einen Lernplan sinnvoll einzuteilen und dabei auch noch an die eigene Work-Life-Balance zu denken. Stressmanagement könnte für Studenten also bedeuten:

  • Realistisches Zeitmanagement lernen
  • Herausfinden, wie man effektiv arbeitet
  • Auch in Prüfungsphasen für einen Ausgleich sorgen (Stichwort: Entspannung)
  • In Stresssituationen (z.B. Prüfungen) einen kühlen Kopf bewahren
  • Auch nach Rückschlägen oder in schwierigen Phasen weitermachen, um das langfristige Projekt „Studium“ erfolgreich zum Abschluss zu bringen
  • Lernförderliche Gewohnheiten bilden, um dauerhaft dranzubleiben

Wenn du Student bist: Welcher Punkt spricht dich am meisten an?

 

Stressmanagement für Selbstständige und Führungskräfte

Egal ob soloselbstständig, Konzernchef oder angestellte Führungskraft: Die Leitungsebene ist mit einer Menge Verantwortung verbunden. Dies kann Verantwortung für Mitarbeiter oder den Unternehmenserfolg sein, und obendrauf kommt natürlich noch die Verantwortung fürs eigene Leben und die Familie. Besonders in wirtschaftlich schwierigen Unternehmensphasen kann dies enormen Druck auslösen. Hinzu kommt die Arbeitsverdichtung (immer mehr schaffen in immer weniger Zeit) und die ständige Erreichbarkeit per Telefon, Mail und Konsorten. Manchmal setzen Probleme aus dem Privatleben dem Ganzen noch die Krone auf.

Ich kenne diese Belastung nicht nur aus Erzählungen von Führungskräften, sondern aus meiner eigenen Erfahrung als Soloselbstständiger und meinen Beobachtungen in meiner eigenen Familie, die unternehmerisch geprägt ist. Da gibt es manchmal ziemlich weitreichende Entscheidungen zu treffen, folgenschwere Probleme zu lösen und unsichere Phasen „auszuhalten“… Diese Zielgruppe ist also besonders stressgefährdet.

Solcherlei Herausforderungen sind jedoch auch eine Chance, besonders kompetent im Umgang mit Stress zu werden, zum Beispiel durch:

  • Priorisieren (oder ggf. Delegieren/Outsourcen) von Aufgaben
  • Zeiteffizientes Arbeiten und Ermitteln von „Zeitdieben“
  • Bilden arbeitsförderlicher Routinen
  • Halten einer Work-Life-Balance
  • Selbstfürsorge und Entspannungsmethoden zum Gesundheitserhalt
  • Bilden gesundheitsförderlicher (Mini-) Gewohnheiten

 Wenn du Führungskraft bist: Welcher Punkt spricht dich am meisten an?

Stressmanagement für Arbeitnehmer

Die Arbeitsverdichtung ist längst in allen Bereichen des Unternehmens angekommen. Zeitdruck zählt zu den häufigsten Stressfaktoren – ebenso wie mangelnde Wertschätzung und ineffiziente Kommunikation. Wenn das Ganze mit geringem Handlungsspielraum kombiniert wird, ist Stress programmiert.

Dann heißt es nicht: „Zähne zusammenbeißen und Dienst nach Vorschrift machen“ sondern „auf die eigenen Bedürfnisse hören und gesundheitsförderlich handeln“! Von gesunden Mitarbeitern hat am Ende jeder mehr - auch das Unternehmen... Und das gelingt zum Beispiel so:

  • Den Arbeitsplatz konzentrationsförderlich gestalten
  • Grenzen setzen (zum Beispiel für die Erreichbarkeit)
  • Mit Feierabendritualen einen guten Übergang in die Freizeit schaffen
  • Mit Pausenmanagement für echte Erholung sorgen
  • Mit tiefer Entspannung die Batterien wieder aufladen

Wenn du Arbeitnehmer bist: Welcher Punkt spricht dich am meisten an?

Reflexion

Diese Beispiele zeigen dir Möglichkeiten auf, den Umgang mit deinem Stress zu erlernen. Nun reflektiere einmal:

  • Zu welcher Gruppe gehörst du?
  • Was sind deine Bedürfnisse?


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