7 Störer, die deine Konzentration killen

...und was du dagegen tun kannst!

Unkonzentriertes Arbeiten ist nicht nur Zeitverschwendung, es fühlt sich auch grauenhaft an! Ständig wird man herausgerissen aus den eigenen Gedanken und verliert den Faden. Du hast genug? Dann lass uns gemeinsam 7 typische Störer in diesem Ratgeber analysieren – und natürlich Wege finden, wie du dich besser konzentrieren kannst! Welche davon kennst du aus deinem Alltag?

 

1. Klopf, klopf…

Wenn gefühlt alle paar Minuten jemand hereinkommt, um etwas zu klären, ist es unmöglich, sich längere Zeit auf das eigene Projekt zu konzentrieren. Sicher gibt es manchmal dringliche Anliegen, aber nicht alles muss sofort geklärt werden. Deshalb schaffe dir Zeiträume, in denen du ungestört arbeiten kannst. Du kannst ein z. B. ein Nicht-Stören-Schild aufhängen, auf dem du klar kommunizierst, ab wann du wieder erreichbar bist. Oder du hältst dir z. B. „jeden Dienstag von 9 bis 12 Uhr“ deinen Slot frei. Hier kann übrigens auch das Homeoffice eine gute Alternative sein, sofern du dort ungestört arbeiten kannst.

Achtung: Es ist wichtig, dass du auch Slots für deine Erreichbarkeit festlegst, in denen Kollegen ihre Anliegen mit dir klären können! Dies können (wenn es in deinen Arbeitsablauf passt) auch regelmäßige Termine sein. Das hat dann auch den Vorteil, dass du es nicht mehr als Störung empfindest, wenn jemand hereinkommt, weil du Zeit dafür geschaffen hast. Und das macht es für beide Seiten angenehmer!

 

2. „Sie haben Post!“

Drei E-Mail-Benachrichtigungen hier, zwei ungelesene Nachrichten dort und jetzt ruft auch noch jemand an… So kann ja keiner arbeiten! Im Zeitalter der ständigen Erreichbarkeit müssen wir aktiv dafür sorgen, auch mal nicht erreichbar zu sein. Wenn du dich bei einer Aufgabe konzentrieren musst, solltest du für eine Weile alle Störungen ausschalten:

  • Stelle dein Handy auf stumm (oder in den Nicht-Stören-Modus)
  • Lege dein Handy außer Sichtweite ab (damit du nicht in Versuchung gerätst, mal schnell die Nachrichten zu checken)
  • Nutze an deinem PC den Nicht-Stören-Modus
  • Logge dich aus allen Kommunikationsprogrammen aus: Teams, Zoom, deinem E-Mail-Postfach usw.


Warum? So wirst du nicht ständig mit neuen Infos oder Problemen bombardiert, sondern kannst deine Gedanken auf eine Sache fokussieren. Und das führt uns auch schon zum nächsten Punkt…

 

3. Multitasking

Produktiv, produktiver, Multitasking? Die Aufmerksamkeitsforschung sagt ganz klar: Nein! Wenn wir drei Aufgaben hintereinander erledigen sind wir schneller, als wenn wir versuchen, sie gleichzeitig zu balancieren. Warum? Der Mensch ist gar nicht zu richtigem Multitasking fähig, sondern nur zu „Task-Switching“, also einem ständigen Wechsel zwischen den Aufgaben.

Wenn du also glaubst, du kannst gleichzeitig telefonieren, Mails checken und den Terminplan für morgen vorbereiten, dann wirst du erstaunt sein, was du in Wirklichkeit tust: Für ein paar Sekunden lauschst du dem Telefonat, dann wandert dein Fokus zu den Mails (in dieser Zeit hörst du nicht aufmerksam zu!), und danach bist du gedanklich im Terminkalender unterwegs. Auch wenn dieser Wechsel in Sekundenschnelle erfolgt, so kostet jede Umstellung (also wenn du deine Aufmerksamkeit auf eine andere Aufgabe lenkst) zusätzliche Zeit.

Aber das ist nicht der einzige Nachteil: Deine Leistung sinkt, das heißt du nimmst nur einen Teil des am Telefon Besprochenen bewusst auf, überliest wichtige Infos in deinen Mails und machst Fehler bei deiner Terminplanung. Du brauchst länger und bist fehleranfälliger? Das ist ja ein richtig schlechter Deal! Deshalb Finger weg vom „Multitasking“. Und weißt du, wie es sich am effektivsten arbeitet? Im Flow, wenn du dich auf eine einzige Sache konzentrierst! Also alles der Reihe nach 😉

 

4. Flut!

Lass dich nicht von der Informationsflut überwältigen! Das fängt schon bei kleinen Dingen an: Wenn du deinen Browser öffnest, landest du dann erst einmal auf einer Nachrichten-Seite, in der du von den Schlagzeilen des Tages umklammert wirst? Oder öffnet sich vielleicht direkt dein privates Telegram- oder WhatsApp-Konto, wo dir ungelesene Nachrichten zuzwinkern? 

Wenn ja, wird es Zeit, eine neue Startseite festzulegen! Am einfachsten lässt du dich direkt auf die Suchmaschine deiner Wahl weiterleiten. Das ist neutral und lenkt dich nicht ab, wenn du gerade einen Gedankengang im Kopf festhalten möchtest.

Auch fürs Smartphone kannst du diese Strategie nutzen: Sortiere alle privaten Apps oder Ablenkungen in einen Ordner und schiebe diesen auf die zweite Seite (nicht den Home-Bildschirm!). Wenn du dann dein Handy entsperrst, lenkt dich der Anblick der Apps nicht mehr ab und du klickst sie auch nicht mehr automatisch an. Mach es den Ablenkungen so schwer wie möglich, deine Aufmerksamkeit gefangen zu nehmen 😉

 

5. Wo soll ich nur anfangen…

Acht Uhr morgens, der PC ist hochgefahren – und jetzt? Es gibt so vieles, was ich jetzt tun könnte… doch wo anfangen? Wenn das deine Gedanken am Morgen sind, dann fehlt dir eine Routine. Wie kann es sein, dass du beim Aufstehen genau weißt, was zu tun ist – anziehen, Zähne putzen usw.? Weil es einer Routine folgt, die du automatisch abspielst.

Und das funktioniert im Job genauso: Suche dir ein bis drei simple Aufgaben, mit denen du jeden Morgen in den Arbeitstag starten kannst. Ich zum Beispiel nutze den Morgen für ein Brainstorming zum Thema Marketing: Ich notiere mindestens eine spannende Überschrift, die zu meinem Angebot passt, und einen außergewöhnlichen Call-to-Action. Nicht, um jede Idee zu verwenden, sondern um sie zu sammeln und meine Formulierungs-Fähigkeiten zu trainieren. (Diese Idee habe ich übrigens vom Marketing-Coach Bianca Katzer) Mit einer Start-Routine kommt man direkt in den Arbeitsmodus und muss gar nicht lange nachdenken.

 

6. Berge erklimmen

In jedem Job gibt es kurzfristige und langfristige Ziele, kurze und umfangreiche Aufgaben. Stehst du vor den großen Aufgaben und hast das Gefühl, auf den Mount-Everest zu schauen? Das kann ganz schön entmutigend sein… Häufig zieht man dann angenehmere oder leichtere Aufgaben vor, prokrastiniert.

Aber das muss gar nicht sein, denn jeder Berg ist eigentlich nur ein Haufen Steine. Und jede komplexe Aufgabe ist eine Ansammlung von kleineren Aufgaben. Unterteile deine Tasks so lange, bis sie für dich handhabbar werden. Du musst deine Einnahmen-Überschuss-Rechnung fürs letzte Jahr noch aufbereiten? Gehe Monat für Monat vor und befasse dich zunächst mit dem Januar. Oder stell dir vor, du hast eine Aufgabe, für die du etwa 10 h benötigst. Was klingt verlockender: Einen Tag mit Überstunden schieben und durchziehen – oder für zwei Wochen jeden Tag eine Stunde investieren?
Ersteres ist ein Hochgebirge, und dazu noch ziemlich unrealistisch: Es wird keinen Tag geben, an dem du nichts weiter zu tun hast als diese eine Aufgabe. Deshalb passt es nie so richtig und du schiebst es vermutlich viel zu lange vor dir her. Der zweite Vorschlag hingegen macht die Herausforderung lösbar, wie nebenbei machst du täglich Fortschritte – und hast dabei trotzdem noch Zeit für die anderen Aufgaben des Joballtags.

Also schwing das Fleischermesser und zerteile deine Aufgaben in leicht verdauliche Häppchen. Mahlzeit!

 

7. Wie im Außen so im Innen

Sieh dich mal an deinem Arbeitsplatz um und zähle die Reize, die dort auf dich einprasseln. Eigentlich eine unlösbare Aufgabe! Gibt es dort vielleicht etwas, dass dich ablenken könnte? Ich rede hier nicht von deinem Telefon, sondern von wartenden Aufgaben, die deine Aufmerksamkeit zerstreuen:

  • von der offenen Rechnung, die du noch bezahlen musst
  • von den Unterlagen, die noch abzuheften sind
  • von der Werbepost, die du vorhin aus dem Briefkasten gefischt hast


Und dann gibt es dort noch Kram, der dir den Platz zum Arbeiten wegnimmt: Leere Kaffeetassen, Bücher, Ordner… Weißt du eigentlich noch, welche Farbe deine Schreibtischplatte hat? Kleiner Spaß. Klar, du brauchst diese Dinge für deine Arbeit, aber brauchst du sie jederzeit in deinem Blickfeld? Wohl eher nicht. Deshalb schaffe Platz und Ordnung in deinem Büro, um auch Platz und Ordnung im Kopf zu haben!

Was geht schnell? Erledige es sofort. Überweise z. B. fix den offenen Rechnungsbetrag. Was brauchst du nicht? Sortiere es aus und lege die Werbepost in den Papierkorb – oder verstaue sie in deiner Tasche. Stelle Ordner ins Regal... Bis dein Schreibtisch ganz minimalistisch nur das enthält, was du JETZT brauchst. Und dann bleibt dein Fokus auch bei der Aufgabe, die du jetzt erledigst. Wie die Steuerfunktion des Kopfes im Kampfsport (Der Körper folgt automatisch der Ausrichtung des Kopfes), so gilt hier: Die Aufmerksamkeit folgt dem Blick. Und ein klares Blickfeld schafft glasklare Konzentration.


So geht's weiter!

Wenn du diese sieben Tipps beherzigst, kommt die Konzentration fast wie von selbst. Und wenn du doch noch ein wenig nachhelfen möchtest, dann implementiere kleine Konzentrationshilfen wie sanfte Musik oder den Geschmack von Kaffee. Wenn du noch mehr 1:1-Unterstützung haben möchtest, dann stöbere gern in meinem Angebot.

Ich wünsche dir frohes Schaffen und einen flow-enden Arbeitstag!