5 häufige Hürden bei der Arbeit im Homeoffice

...und 23 Tipps, wie du sie überwinden kannst...

Ob Homeoffice das Richtige für dich ist, hängt von deinem Typ ab. Ich selbst liebe diese Form des Arbeitens, schenkt sie mir doch so viel Freiheit und Unabhängigkeit! Außerdem entfällt die Zeit, in der man im Auto sitzt, sodass man mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben hat. Richtig umgesetzt kann das Homeoffice also die Work-Life-Balance fördern.

Ganz so einfach ist das allerdings nicht... Deshalb sollten wir einen Blick auf die besonderen Herausforderungen werfen, die mit der Telearbeit einhergehen. Ich habe hier fünf häufige Hürden zusammengestellt, die sich uns bei der Arbeit von zuhause stellen, und zeige dir zu jedem Problem verschiedene Lösungsmöglichkeiten auf. Du bist schon gespannt? Dann lass uns direkt einsteigen!


1. Hürde: Einsamkeit im Homeoffice

Im Büro haben wir andere Menschen um uns herum, wir treffen beim Kopieren auf Kollegen, bei Fragen gehen können wir direkt ins Nachbarbüro gehen und das Wichtigste besprechen... Du merkst es schon: All dieser Sozialkontakt fällt im Homeoffice nahezu vollständig weg! Und mehr noch: Man bekommt viel weniger mit, was im Unternehmen gerade abläuft, und erhält häufig auch kaum Rückmeldung zur eigenen Arbeit.

Da kann es schon mal passieren, dass sich die Einsamkeit in den Arbeitsalltag einschleicht... Deshalb solltest du aktiv auf andere Menschen zugehen und dir das einholen, was du benötigst:

  • Frage deine Vorgesetzten aktiv nach Feedback.
  • Kläre, wer dein Ansprechpartner für bestimmte Fragen und Probleme ist.
  • Nimm regelmäßig an Meetings teil (gern mit Video!).
  • Veranstalte eine virtuelle Kaffee-Pause, um mit deinen Kollegen im Kontakt zu bleiben.
  • Triff dich regelmäßig im echten Leben mit deinen Liebsten.
  • Blockiere nach Feierabend Quality-Time für deine Familie.

Ein soziales Netzwerk ist eine sehr wichtige Ressource, um Lösungen zu finden, Probleme zu bewältigen und glücklich zu sein. Fördere diese wertvollen Verbindungen!

2. Hürde: Spill-Over (mangelnde Trennung)

Im Homeoffice geschieht das ganze berufliche und private Leben an einem Ort: zu Hause. Kein Wunder also, wenn es dann schwer fällt, Arbeit & Privatleben klar voneinander abzugrenzen. Häufig passiert es dann, dass wir in der Freizeit ständig an die Arbeit denken und nicht so recht Feierabend machen können. Oder die Arbeitszeit ist plötzlich total unfokussiert und man lässt sich von Haushaltsaufgaben ablenken. Kennst du das?

Keine Sorge, wir finden eine Lösung! Baue aktiv Trennungen in deinen Arbeitsalltag ein, zum Beispiel:

  • zeitliche Trennung: Lege Arbeitsbeginn und -ende klar fest und blockiere Zeit für deine Pausen und deine Familie.
  • räumliche Trennung: Suche dir (wenn du kannst) einen Raum, in dem du NUR arbeitest. Das hilft dir, abzuschalten wenn du nicht im Raum bist, und einen Arbeitsfokus zu bekommen, wenn du den Raum betrittst.
  • visuelle Trennung: Nicht jeder hat einen getrennten Büroraum. Eine visuelle Abgrenzung kann schon beim Abschalten helfen, weil man nicht ständig die Arbeit im Blick hat. Du kannst deinem Arbeitsbereich mit Regalen, Raumteilern und Vorhängen mehr Privatsphäre verleihen und für deine eigene Konzentrations-Oase sorgen.
  • akustische Trennung: Sorge dafür, dass du an deinem Arbeitsort keine ablenkenden Stimmen o.ä. hörst. Schließe die Tür oder nutze Noise-Cancelling-Kopfhörer, um deine Gedanken fokussiert zu halten.
  • Zwecktrennung: Nutze getrennte Geräte für verschiedene Zwecke. Trenne also zum Beispiel deinen Arbeits-PC von deinem Privat-PC, lege keine privaten Rechnungen auf deinen Arbeits-Schreibtisch usw. Ein Durchmischen deiner Umgebung wirbelt auch deine Gedanken durcheinander... Also trenne achtsam.

Diese Trennungen lassen sich ganz leicht umsetzen und helfen dir, die ersehnte Grenze zwischen Arbeit und Privatleben zu ziehen.

3. Hürde: ständige Erreichbarkeit

Immer und überall erreichbar zu sein ist ein großes Problem der modernen Arbeitswelt und führt letztendlich dazu, dass wir gar nicht mehr abschalten können. Elementar für deine mentale Gesundheit ist es also, aus der ständigen Erreichbarkeit auszusteigen und dir Zeit für dich zu nehmen! Dabei geht es sowohl um die kommunikative Erreichbarkeit als auch um die gedankliche: Denn abschalten hat in allererster Linie damit zu tun, woran du in deiner Freizeit denkst. Die nachfolgenden Tipps helfen dir, weniger erreichbar zu sein - für andere und für Gedanken an die Arbeit.

  • Werde unerreichbar: Fahre deinen PC herunter, verstaue den Laptop in der Tasche und schalte dein Hände aus (nicht nur auf stumm) - das sind die ersten Schritte in die Freizeit! Mach es dir so umständlich wie möglich, an diesem Abend doch noch zu arbeiten.
  • Entlaste deine Gedanken: Notiere dir zum Feierabend alles, was du aktuell im Kopf hast. Schreibe alle offenen Gedanken und To-Dos auf einen Zettel, um nicht weiter darüber nachdenken zu müssen.
  • Feierabendritual: Tue etwas, was für dich den Feierabend einläutet. Gehe spazieren, schließe die Tür zum Arbeitszimmer ab oder meditiere ein paar Minuten - ganz wie du möchtest.
  • Gedankenhygiene: Achte darauf, deine Gedanken in deiner Freizeit nicht mit Arbeitsfragen zu belasten, sondern fokussiere dich auf etwas, das dir Freude bereitet. Wenn dir das schwer fällt und die Gedanken automatisch wieder zur Arbeit wandern, dann kannst du dich auch gern ablenken: Triff dich mit anderen, sieh einen Film und beschäftige deine Gedanken auf positive Weise.
  • Tapetenwechsel: Um gedanklich abzuschalten, solltest du etwas anderes an einem anderen Ort tun. Wenn du zuhause am PC arbeitest, könntest du für deine Freizeit rausgehen und ein Buch lesen, oder du treibst Sport, besuchst jemanden... Eine neue Umgebung liefert neue Reize und führt zu neuen Gedanken!

Mache dir bewusst, wie kostbar deine Zeit ist, und verschenke sie nicht blindlings. Die meisten Probleme können bis zum nächsten Arbeitstag warten. Du hast ein Recht darauf, auch mal nicht erreichbar zu sein.


4. Hürde: Monotonie & Langeweile beim Arbeiten

Zuhause zu arbeiten heißt, dass man das Haus nicht mehr so häufig verlassen muss. Klingt erstmal gut, führt aber häufig dazu, dass dir die Decke nach einiger Zeit auf den Kopf fällt! Wenn deine Arbeitswoche dich regelmäßig langweilt, dann solltest du wieder etwas frischen Wind in dein Leben bringen. Zum Beispiel so:

  • neue Perspektiven: Variiere deinen Arbeitsort - auch innerhalb deines Hauses! Wenn du dein Arbeitszimmer nicht mehr sehen kannst, dann setz dich für kreative Aufgaben einfach mal ins Wohnzimmer oder an einen anderen Ort, wo du dich wohlfühlst. Vielleicht kommen mit der neuen Perspektive ja auch neue Ideen?
  • Umgestaltung: In deinem Arbeitszimmer solltest du dich wohlfühlen. Sorge für Ordnung, für eine persönliche Note und richte es nach deinen Vorlieben ein!
  • Abwechslung: Weiche von deiner Routine ab. Triff neue Personen. Probiere ein neues Hobby aus, um einen Ausgleich zur Arbeit zu schaffen. Erledige die Dinge einmal anders als bisher - und sieh, wie dein Geist wieder wachgerüttelt wird.

Entdecke dich und deine Umgebung neu, damit dein Gehirn neue Reize bekommt. Lerne regelmäßig dazu, das hält dich mental fit und glücklich.

5. Hürde: Ablenkungen

Unkonzentriertes Arbeiten ist ein riesiger Zeitdieb. Wenn wir uns hingegen die Zeit nehmen, in intensiven Intervallen voll bei der Sache zu sein, dann schaffen wir mehr als wir für möglich halten. Kreiere dir mit den nachfolgenden Tipps eine konzentrationsförderliche Arbeitsumgebung.

  • Vermeide Lärm, er stört deine Konzentration. Suche dir einen ruhigen Ort oder nutze Noise-Cancelling-Kopfhörer.
  • Verbanne hartnäckige Ablenkungen wie dein Handy. Lege es an einen entfernten Ort und stelle es auf stumm. Wenn du gewohnheitsmäßig (unbewusst) zum Telefon greifst, kann es helfen, das Passwort zu ändern. Beim Überlegen (wie war noch gleich der neue Code?) hast du Zeit, deine Entscheidung zu überdenken und das Telefon wieder wegzupacken.
  • Sei intervall-weise hochkonzentriert. Mit der Pomodoro-Methode arbeitest du für etwa 25 min ohne Störung und Ablenkung an einer Aufgabe, dann hast du 5 min Pause. So wechseln sich Konzentration und Entspannung ab und sorgen für hocheffektives Arbeiten.
  • Sorge für einen flüssigen Arbeitsablauf: Mach dir das Arbeiten so angenehm wie möglich (vielleicht magst du ja konzentrationsförderliche Musik?), lege alles bereit, was du brauchst, und strukturiere deine Aufgaben. Setze dir Ziele (& Subziele) für deinen Arbeitstag, damit du direkt weißt, was zu tun ist.

So kannst du deine Konzentration im Homeoffice fördern und besser arbeiten.
Reflektiere nun: Welche Hürden begegnen dir häufig im Homeoffice und welche Schritte möchtest du unternehmen, um endlich wieder glücklich & effektiv zu arbeiten?