Finger weg vom Multitasking!

Telefonieren, nebenbei E-Mails checken und auf den nächsten Termin vorbereiten – brauchst du auch manchmal acht Arme, um am besten alles gleichzeitig zu erledigen? Der Oktopus ist das Maskottchen der heutigen Arbeitsverdichtung… Warum bürden wir uns das auf? Angeblich spart es Zeit, und es gibt uns ein Gefühl, dass wir fähig und wichtig sind. Aber ist es wirklich so klug, zu „multitasken“? Nein, und ich zeige dir vier Gründe wieso! Aber zuerst möchte ich dir erklären, warum wir gar nicht zu echtem Multitasking fähig sind.

 

Was sagt die psychologische Forschung?

Multitasking ist eigentlich gar kein psychologischer Begriff, sondern stammt aus der Welt der Datenverarbeitung. Beim Multi-Tasking (frei übersetzt: „mehrere Aufgaben erledigen“) laufen verschiedene Prozesse gleichzeitig ab bzw. werden mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigt. Aber nur scheinbar, und so hinkt diese Analogie: Statt gleichzeitig laufen diese Prozesse im ständigen hochfrequenten Wechsel ab.

In Wirklichkeit fokussieren wir uns also doch nur auf eine Sache und betreiben „Task-Switching“, also einen schnellen Wechsel zwischen den Aufgaben. Stell dir vor, du bist in einer fremden Stadt mit dem Auto unterwegs, parkst in eine enge Parklücke ein, musst den Verkehr auf dieser vielbefahrenen Straße im Auge behalten und nebenbei laufen die Nachrichten im Radio. Wie gut wirst du dich an das erinnern, was der Nachrichtensprecher gesagt hat? Vermutlich blendest du es automatisch aus, damit du dich voll und ganz aufs Parken konzentrieren kannst. Oder versuch doch mal, ein Buch zu lesen und gleichzeitig einen Podcast zu hören! Sicherlich wirst du sowohl Infos aus dem Buch als auch aus dem Podcast mitnehmen, aber nur bruchstückhaft. Du kannst dich einfach nicht durchgehend auf beides gleichzeitig konzentrieren, sondern nur abwechselnd. Reines Multitasking ist also ein Mythos.

Aber lohnt sich denn nun das, was gemeinhin unter Multitasking verstanden wird, das ständige Task-Switching? Keineswegs, es ist eine Milchmädchenrechnung! Und zwar aus diesen vier Gründen:

Mythos Multitasking

1. Kosten des Aufmerksamkeitswechsels

Jeder Wechsel deiner Aufmerksamkeit beim Task-Switching erfordert ein wenig Zeit, damit du dich auf die neue Aufgabe einstellen kannst. Wenn du 3 Aufgaben „gleichzeitig“ erledigst, indem du ständig deine Aufmerksamkeit verlagerst, brauchst du also länger, als wenn du die Aufgaben nacheinander fokussiert abarbeitest. Totale Zeitverschwendung also…

 

2. Fehler durch Multitasking

Nicht nur dein Tempo leidet unter ‚Multitasking‘, sondern auch deine Genauigkeit. Du wirst anfälliger für Fehler, wenn du mehrere Aufgaben gleichzeitig balancierst. In unserem Beispiel parkst du schlechter ein. Oder die Wahrscheinlichkeit dafür, dass du eine wichtige Information überliest, steigt. Und Fehler im Berufskontext kosten am Ende häufig noch mehr Zeit, weil man sie wieder ausbügeln muss…

 

3. Beanspruchung

Es ist ziemlich anspruchsvoll für unser Gehirn, alles auf einmal zu erledigen. So gerät man schnell in die Überforderung – und das löst Stress aus. Stress ist nicht nur unangenehm, sondern er senkt auch deine Leistungsfähigkeit herab, da er unser Denken erschwert. Außerdem müssen wir uns vom Stress erst wieder erholen, was zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt. Ich denke, dir wird klar, dass die Multitasking-Rechnung absolut nicht aufgeht! Aber einen Grund möchte ich dir noch nennen…

 

4. Flow

Wer ständig zwischen verschiedenen Aufgaben hin- und herwechselt, der gelangt nicht in den Flow. Im Flow (einem erfüllenden Zustand höchster Konzentration und bester Leistung) sind wir voll und ganz in einer Aufgabe versunken. Diese Aufgabe kann durchaus komplex sein und aus mehreren Unteraufgaben bestehen (z. B. Felsklettern oder eine Herz-OP), aber alle Sub-Tasks dienen dennoch dem gleichen Ziel. Anders als beim Telefonieren und E-Mails-Schreiben gleichzeitig, wo wir unsere Aufmerksamkeit zwischen verschiedenen Zielen wechseln… Und das mehr schlecht als recht.

Wenn du also in den Genuss des Flow-Zustands gelangen möchtest, dann verabschiede dich vom Multitasking. Für mehr Konzentration, für mehr Leistung und für ein besseres Zeitmanagement! Wer smart arbeitet, arbeitet fokussiert statt zerstreut. Trainiere am besten regelmäßig, dich auf eine Sache zu konzentrieren. Sei es, indem du alle Ablenkungen ausschaltest, oder durch Meditation.

Wenn du nicht nur smart, sondern auch noch glücklich arbeiten willst, dann sieh dich hier um. Ich freue mich auf dich!

Bildquelle: Tumisu auf Pixabay

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