Was Menschen wirklich glücklich macht

das PERMA-Modell von Martin Seligman

Die Positive Psychologie ist die Wissenschaft des gelingenden Lebens und beschäftigt sich mit Fragen wie: 

  • Was macht Menschen langfristig glücklich?
  • Wie kann man seine psychische Gesundheit fördern?
  • Welche Bedingungen erhöhen die psychische Leistungsfähigkeit und tragen zur Potenzialentfaltung bei?

…um nur einige Beispiele zu nennen.

Martin Seligman, Galionsfigur der Positiven Psychologie, stellt 5 Faktoren für Lebensglück heraus. Und ganz im Sinne der Positiven Psychologie geht es nicht darum, ob man in die richtige Familie geboren ist, sondern um Faktoren, die wir selbstwirksam beeinflussen können: PERMA.

P – Positive Gefühle

Freude ist eine der Basisemotionen – und ein psychisches Bedürfnis. Menschen wollen glücklich sein. Dahinter steckt auch ein Sinn: Freude zeigt uns an, ob wir das Richtige tun. Die Aktivitäten, die das Individuum oder die Menschheit voranbringen, sind häufig (früher oder später) mit positiven Emotionen besetzt. Ein positives Gefühl ist der Antrieb, Nahrung aufzunehmen, sich fortzupflanzen und Schutz in Gemeinschaften zu suchen. Negative Gefühle zeigen uns an, dass wir etwas ändern sollten: zum Beispiel eine gefährliche Aktivität vermeiden oder einen Umgang mit Stress erlernen, um unser Nervensystem zu entlasten.


Dies ist jedoch nicht die einzige Funktion positiver Gefühle: In guter Stimmung erweitern wir unsere Fähigkeiten viel besser, entwickeln uns und schaffen Kooperationen (nach Barbara Fredericks Broaden-and-Build-Theorie). Sie sind also ein riesiger Motivator, um persönliche Ressourcen aufzubauen und sich ein zufriedenes Leben zu erschaffen!


Um mehr Freude im Leben zu verspüren, gibt es zwei simple Wege:

  1. Vorhandenes Glück wertschätzen: z. B. zurückerinnern, Dankbarkeit spüren
  2. Neues Glück erschaffen: z. B. freudige Ereignisse planen, Me-Time


Kleine Routinen im Alltag können helfen, positive Emotionen zu vermehren. Führe abends vor dem Schlafengehen ein Dankbarkeitstagebuch und plane in jeden Tag eine Sache ein, die dich glücklich macht! Bedenke: Glück geht noch viel tiefer als kurzfristiger Spaß. Anderen zu helfen beispielsweise macht viel länger glücklich, als sich einen spaßigen Kinofilm anzuschauen. Strebe nach tiefen positiven Emotionen, die über bloßen Spaß hinausgehen (z. B. inneren Frieden, Dankbarkeit, Sinn, Liebe).

E – Engagement

Finde eine Tätigkeit, in der du vollkommen aufgehst! Genau diese Tätigkeiten ermöglichen dann auch Flow-Erlebnisse, also Zustände höchster Konzentration, Präsenz und Leistungsfähigkeit. Dies kann dein Beruf sein, ein Ehrenamt, ein sportliches oder künstlerisches Hobby, oder auch Zeit mit bestimmten Menschen.

Wo vergisst du die Welt um dich herum und bist einfach ganz im Moment?
Worin kannst du aufgehen?

R – Relationships (Beziehungen)

Der Mensch ist ein soziales Wesen, aber nicht jeder Sozialkontakt ist auch gleich belebend. Um deine Lebenszufriedenheit zu fördern, solltest du tiefe soziale Beziehungen aufbauen und natürlich auch pflegen. Dies gilt für alle Arten von Beziehungen (sei es romantisch, kollegial, familiär oder freundschaftlich).

Achte darauf, dich in deiner Freizeit (und am besten auch auf der Arbeit) mit Menschen zu umgeben, die dir guttun. Das heißt nicht, dass es keine Konflikte geben dürfte. An Herausforderungen wachsen Beziehungen und auch negative Kritik kann wertvolles Feedback zur Verbesserung sein. Aber schaue, wie ihr mit Schwierigkeiten umgeht: Bleibt ihr sachlich, entschuldigt euch und sucht nach einer gemeinsamen Lösung? Dann wird diese Beziehung euer Wachstum fördern.

Prüfe auch, wie du Beziehungen gestaltest: Was sind die Gesprächsthemen? Unterhaltet ihr euch eher über das, was euch genervt hat, oder was gut gelaufen ist? Wie reagierst du, wenn jemand Hilfe benötigt? Schätzt du auch die kleinen Dinge wert und lobst andere? Gesunde Beziehungen fördern langfristig das Lebensglück, helfen über emotionale Tiefs hinweg und sind dein soziales Auffangnetz in Krisen.

M – Meaning (Sinn)

Während die Frage nach dem Sinn des Lebens wohl niemals eindeutig beantwortet werden kann, hast du die Freiheit, deinem Leben und Handeln einen ganz eigenen Sinn zu verleihen. Hast du ein Motto oder Lebensziel? Wann fühlst du dich so richtig bedeutsam – vielleicht wenn du anderen hilfst oder etwas Neues erschaffst?

Überprüfe auch, wo in deinem Leben du bereits sinnstiftend wirkst. Du musst dafür kein Leben-rettender Notfallsanitäter sein, auch scheinbar ‚normale‘ Tätigkeiten wie die Buchhaltung haben einen tieferen Sinn:

  • Vielleicht bist du Buchhalter geworden, weil du ein sehr genauer Mensch bist, und du möchtest der Beste darin werden!
  • Vielleicht freut es dich, dass du mit deiner Arbeit einer Firma oder deinem Chef eine Menge Arbeit abnimmst. Du wirst gebraucht!
  • Vielleicht schafft deine saubere Buchführung den notwendigen Überblick, um das Unternehmen auf Erfolgskurs zu führen bzw. zu halten!


Was ist der Sinn in deinen täglichen Tätigkeiten? Für welche Werte stehst du Tag um Tag ein? Und was könntest du tun, um deinem Leben noch mehr Bedeutung zu schenken?

A – Achievement (Leistung)

Der letzte Baustein des PERMA-Modells könnte genauso gut „Entwicklung“ heißen. Er bedeutet, weiterzukommen im Leben, etwas (oder sich selbst) zu verändern und mit der eigenen Schaffenskraft sein Leben zu beeinflussen. Frage dich dafür zunächst: Welche Ziele hast du? Welcher Mensch möchtest du in zehn Jahren sein? Und wie könnte dir das gelingen?

Um dich auf diese Reise zu begeben, solltest du zunächst deine Stärken kennenlernen. Denn sie werden dir helfen, deine Ziele zu erreichen. Und sie im Alltag einzusetzen, macht darüber hinaus stolz und glücklich. Also: welches Vorhaben motiviert dich, dein Leben in die Hand zu nehmen? Nutze es als Fixstern für deine Leistung im Leben.

Blicke regelmäßig zurück und feiere deine (Teil-) Erfolge, um deine Errungenschaften und Fähigkeiten zu genießen. Beginne am besten gleich jetzt:

  • Welche 10 Erfolge hast du in deinem Leben bereits erreicht?
  • Und welche deiner Stärken haben dir dabei geholfen?


Jetzt kennst du das PERMA-Modell der Positiven Psychologie für Lebensglück! Was hältst du vom Modell – würdest du Änderungen vornehmen wollen? Welche Bereiche hast du schon gut im Griff? Und was würdest du gern als nächstes anpacken, um dein Lebensglück zu gestalten?

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Lies weiter, wie du glücklich arbeiten kannst! Oder finde heraus, was sich hinter realistischem Optimismus verbirgt. (Hier gelangst du zurück zur Artikelübersicht)


(Bild von Katy Walters auf Pexels)